Beschreibung der wichtigsten Komponenten der Seite "Gebäudedaten" G1
  1. Luftdichtheit der Gebäudehülle
  2. Wirksame Gebäudemasse (Wirksame Wärmespeicherfähigkeit Cwirk)
  3. HAbs - Wärmeverlustkoeffizient
  4. τ (Tau) - Gebäudezeitkonstante
  5. Außentemperatur - Θ'e
  6. Außentemperaturkorrektur - ΔΘe
  7. Norm-Außentemperatur - Θe
  8. Berührter Umfang - P
  9. Parameter - B'
  10. Faktor periodische Schwankung - fg1
  11. Faktor Einfluß Grundwasser - Gw

Luftdichtheit der Gebäudehülle

Die Luftdichtheit der Gebäudehülle wird nicht anhand der realen Fugen und Undichtheiten des Gebäudes berechnet oder gemessen, sondern man wählt eine der dargestellten Kategorien. Dahinter verbirgt sich der zugehörige Luftdurchlässigkeitswert n50. Das ist der pauschalierte Luftwechsel des Gebäudes pro Stunde, bei einem Druckunterschied von 50 Pa. Dieser dient als Faktor für die weitere Berechnung des Luftvolumenstroms für Infiltration Vinf innerhalb der Heizlastberechnung.


Wirksame Gebäudemasse (Wirksame Wärmespeicherfähigkeit Cwirk)

Näherungsweise Einteilung (ohne Berechnung) der wirksamen Gebäudemasse in

  • Leichte Gebäudemasse -> abgehängte Decken und aufgeständerte Böden, Wände in Leichtbauweise
  • Mittelschwere und schwere Gebäudemassen -> Betondecken und Böden mit Wänden in Leichtbauweise bzw Mauerwerk/Beton

Die wirksame Gebäudemasse ist das Vermögen der Bauteile Wärme zu speichern und zeitversetzt wieder abzugeben.

Hier ist die Auswahl ist nur notwendig wenn eine Außentemperaturkorrektur vorgenommen werden soll und/oder Wiederaufheizleistungen vorgesehen sind.


HAbs - Wärmeverlustkoeffizient

HAbs - Wärmeverlustkoeffizient (HT + HV) des Gebäudes oder des Raumes in der Absenkphase.


τ (Tau) - Gebäudezeitkonstante

Die Gebäudezeitkonstante τ (Tau)

  • beschreibt die thermische Trägheit eines beheizten Bereichs
  • beeinflußt die Glättung und Zeitverzögerung auf die Außentemperatur
  • ist ein Maß für die Bauweise des Gebäudes und beschreibt den zeitlichen Verlauf des Auskühlens bzw. des Aufheizens nach einer Änderung der Innen-/Außentemperatur bis zum Erreichen des neuen Ausgleichzustandes der Raum-/Gebäudetemperatur
  • ist das Verhältnis aus wirksamer Wärmespeicherfähigkeit ("Bauteilschwere") Cwirk zum Wärmeverlustkoeffizient in der Absenkphase HAbs

Außentemperatur - Θ'e

Siehe auch -> Außentemperaturkorrektur - ΔΘe und -> Norm-Außentemperatur - Θe

Die Außentemperatur ist ein bestimmendes Element für die Heizlastberechnung.
Z.B.:

Φ = ΣHT x (Θint - Θe) + ΣHV x (Θint - Θe)

Das Beiblatt zur DIN EN 12831 enthält verbindlich die Außentemperaturen für Städte mit mehr als 20000 Einwohnern. Das sind die tiefsten Zweitagesmittelwerte der Lufttemperatur, die 10-mal in 20 Jahren erreicht oder unterschritten wurden.
Für Orte, die selbst nicht in der Außentemperaturtabelle der DIN EN 12831 aufgeführt sind, ist die nächstgelegene Nachbarstadt aus der Norm zu wählen. Eine Isothermenkarte mit Darstellung der Klimazonen ist zur Orientierung beigefügt.


Außentemperaturkorrektur ΔΘe

Siehe auch ->

Berücksichtigt über die Gebäudezeitkonstante τ (Tau) die Speicherfähigkeit des Gebäudes.
Große Gebäudemassen wirken dämpfend und ausgleichend auf kurzfristig auftretende tiefe Außentemperaturen. Dies mindert zeitversetzt den Ausschlag der Amplitude bzw. den Einfluß der Außentemperatur auf den Wärmeverlust.
Hierbei gilt die Annahme, daß bei Norm-Außentemperatur im Heizbetrieb, unter Berücksichtigung der Außentemperaturkorrektur, die Gebäudeinnentemperatur innerhalb von 3 Tagen um nicht mehr als 1 K absinkt.
Das heißt, bei Gebäuden mit einer hohen thermischen Zeitkonstante kann bei der Heizlastberechnung die Außentemperatur in Abhängigkeit von der Zeitkonstante um den entsprechenden Tabellenwert der Außentemperaturkorrektur berichtigt werden.

Die Reduzierung der Außentemperatur erfolgt in Abhängigkeit der thermischen Zeitkonstante des Gebäudes schrittweise von 0 bis max. 4°C. Bedingung: Gebäudezeitkonstante ≥ 100 Stunden. Je größer die Gebäudezeitkonstante, um so größer ist die etwaige Reduzierung der Norm-Außentemperatur.

Gebäudezeitkonstante τ [h]Außentemperaturkorrektur ΔΘe [K]
< 100 0
100 bis 140 1
141 bis 210 2
211 bis 280 3
> 280 4

Die Außentemperaturkorrektur wird einheitlich für das gesamte Gebäude festgelegt.


Norm-Außentemperatur - Θe

Siehe auch -> Außentemperatur - Θ'e und -> Außentemperaturkorrektur - ΔΘe

Die Norm-Außentemperatur Θe ergibt sich aus der Summe der Außentemperatur Θ'e und der Außentemperaturkorrektur ΔΘe.

Θe = Θ'e + ΔΘe

Diese korrigierte Außentemperatur wird dann als Norm-Außentemperatur Θe für die Berechnungen der Transmissions- und Lüftungswärmeverluste innerhalb der Heizlastberechnung verwendet.


Berührter Umfang - P

Länge des erdreichberührenden Umfangs der Bodenplatte in [m]


Parameter - B'

Charakteristisches Maß für die anzusetzende "Schichtdicke" des Erdreichs.

  • B' = Ag/(0,5 x P)
    • Ag - Fläche der Bodenplatte in [m²]
    • P - Länge des erdreichberührenden Umfangs der Bodenplatte in [m]
  • Dient der Ermittlung des äquivalenten Wärmedurchgangskoeffizienten der Bodenplatte Uequiv.

Faktor periodische Schwankung - fg1

Korrekturfaktor für jährliche Schwankung der Außentemperatur. Wird in DIN EN 12831 Beiblatt 1 mit 1,45 vorgegeben


Faktor Einfluß Grundwasser - Gw

Gw - Korrekturfaktor für die Beeinflussung durch das Grundwasser.
Wird im Beiblatt 1 (nationaler Anhang) wie folgt festgelegt:

  • Abstand Gw zur Bodenplatte ≥ 3m -> Gw = 1,00
  • Abstand Gw zur Bodenplatte < 3m -> Gw = 1,15

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