Fragen, Antworten und Hilfe zur Heizlastberechnung

  1. Was ist die Heizlast?
  2. Mein Heizungsbauer kann mir fast "aus dem Stand" sagen, wie hoch meine Heizlast ist. Warum ist die Heizlastberechnung dann so aufwendig?
  3. Meine Baupläne sind nicht maßstäblich und von mir selbst erstellt. Können Sie dennoch eine Heizlastberechnung machen?
  4. Wie bekomme ich ohne Baupläne trotzdem eine Heizlastberechnung?
  5. Kann ich sicher gehen, dass sie nach der aktuellsten deutschen Norm meine Heizlast berechnen?
  6. Kann ich Ihnen die Pläne digital per E-Mail zusenden?
  7. Können Sie mit die fertige Heizlastberechnung auch per E-Mail zusenden?
  8. Können Sie auch die Heizlast für ein Passivhaus berechnen?
  9. Können Sie auch die Heizlast für andere Länder berechnen berechnen?
  10. Was sind Wärmebrücken?

Was ist die Heizlast?

Die Heizlast ist der erforderliche Wärmestrom (Wärmezufuhr), welcher bei der örtlich tiefsten Außentemperatur im Winter, die gewünschte Gebäude/- Raumtemperatur sicher stellt. Oder anders formuliert: Die Heizlast ist jener notwendige Wärmestrom, welcher bei tiefster Außentemperatur im Winter alle auftretenden Gebäude/-Raumwärmeverluste kompensiert. Die Heizlast ist eine Gebäudeeigenschaft und unabhängig vom verwendeten Heizsystem. Sie stellt den ungünstigsten Fall dar. Nutzereinflüsse (interne Gewinne) , solaren Gewinne durch Direktstrahlung, sowie energiesparende Eigenschaften der Heizungsanlage bleiben unberücksichtigt.

Siehe weitere Informationen unter:

Warum die Heizlast berechnen? Heizlastberechnung als Qualitätsfaktor


Mein Heizungsbauer kann mir fast "aus dem Stand" sagen, wie hoch meine Heizlast ist. Warum ist die Heizlastberechnung dann so aufwendig?

Die Aufgabe besteht nicht darin, einen Raum oder ein Gebäude "nur" warm zu bekommen. Das Ziel ist, unter den vorhandenen bauphysikalischen, meteorologischen und standortabhängigen Gegebenheiten mittels der Berechnung nach DIN EN 12831 thermische Behaglichkeit zu schaffen, die wirtschaftlich ist. Das stellt sicher, dass die Heizlast nur so groß ist, dass einerseits alle beheizten Bereiche ausreichend warm werden und andererseits ein sparsamer, ökonomischer Betrieb der Heizungsanlage ermöglicht wird. Nach dem Motto: so viel Wärme wie notwendig, so wenig Wärme wie möglich.

Die aktuelle Norm für die Heizlastberechnung, jetzt die DIN EN 12831, früher, für die Wärmebedarfsberechnung, war es die DIN 4701, ist eine sogenannte Basisnorm. Auf ihrem Ergebnis basieren alle anderen Berechnungen, wie z.B. die Größe des Wärmeerzeugers, die Heizkörpergröße, die Anzahl der Kreise und die Verlegeabstände der Fußbodenheizung, die Pumpengröße, die Erdkollektorfläche für Wärmepumpen und und und ... Wird die Heizlast mittels "Daumenwert" zu groß geschätzt, wird alles andere auch zu groß und damit unwirtschaftlich.

Siehe weitere Informationen unter:

Warum die Heizlast berechnen? Heizlastberechnung als Qualitätsfaktor

 


Meine Baupläne sind nicht maßstäblich und von mir selbst erstellt. Können Sie dennoch eine Heizlastberechnung machen?

Ja wir können, soweit alle erforderlichen Angaben enthalten sind. Bei Unklarheiten setzen wir uns mit Ihnen telefonisch in Verbindung. Ggf. können auch erst Zeichnungen nach Ihren Vorgaben erstellt werden, um Missverständnissen vorzubeugen. Hierbei ist ein Preisaufschlag erforderlich, welcher von der Qualität der Vorlage abhängig ist.


Wie bekomme ich ohne Baupläne trotzdem eine Heizlastberechnung?

Indem wir auf Wunsch die Daten bei Ihnen vor Ort aufnehmen. Das gilt für eine Entfernung von ca. 50 km im Umkreis von Iserlohn. Für größere Entfernungen gilt ein objektbezogener Mehrpreis, den wir Ihnen natürlich vor Auftragsvergabe mitteilen.


Kann ich sicher gehen, dass sie nach der aktuellsten deutschen Norm meine Heizlast berechnen?

Wir rechnen nach der derzeit aktuellen Norm - Heizungsanlagen in Gebäuden - Verfahren zur Berechnung der Norm-Heizlast, Deutsche Fassung EN 12831: August 2003 und dem Nationalem Anhang - DIN EN 12831, Beiblatt 1, Ausgabe Juli 2008. Wenn wir begründete Zweifel hätten, dass die Norm nicht die gewünschten Ergebnisse liefert, würden wir sie darauf hinweisen und Ihnen empfehlen die alte, aber bewährte Vorgänngernorm zur Wärmebedarfsberechnung (DIN 4701, Regeln für die Berechnung des Wärmebedarfs von Gebäuden) zu verwenden. So geschehen in der Anfangszeit der DIN EN 12831. Die Ergebnisse der neuen Norm lagen stellenweise deutlich über der Vorgängernorm DIN 4701 (siehe auch Vorwort zur DIN EN 12831 Beiblatt 1, Ausgabe Juli 2008). In dieser Zeit haben wir unseren Kunden empfohlen, auf die Vorgängernorm auszuweichen.
Letztendlich ist ein technisch korrektes Ergebnis entscheidend und keine blinde Normengläubigkeit. Mit dem angepaßten Nationalem Anhang der DIN EN 12831 Beiblatt 1, Ausgabe Juli 2008 wurde diese oben genannte "Rechenschwäche" weitestgehens ausgeräumt.


Kann ich Ihnen die Pläne digital per E-Mail zusenden?

Ja, aber NUR als IFC, dwg, dxf oder pdf.


Können Sie mit die fertige Heizlastberechnung auch per E-Mail zusenden?

Natürlich, das ist auch der Standardweg. Sie erhalten per E-Mail die Heizlastberechnung incl. Rechnung. Bitte berücksichtigen Sie die gewünschte Versandtart im Auftrag "Per E-Mail versenden" bzw. "Per Post versenden".


Können Sie auch die Heizlast für ein Passivhaus berechnen?

Ja. Die Gebäudeheizlast und die jeweilige Raumheizlast. Das Ergebnis ist aber nicht vergleichbar mit dem Berechnungsergebnis der Heizlast nach dem für Passivhäuser relevanten Passivhaus Projektierungspaket (PHPP). Und das Ergebnis muss kritisch hinterfragt werden.


Können Sie auch die Heizlast für andere Länder berechnen?

Jein. Rein theoretisch könnten wir das berechnen, da die Basisnorm, die DIN EN 12831, überall in der EU gilt. Existiert aber für diese Norm in dem jeweiligen Land ein nationaler Anhang, das ist eine länderspezifische Erweiterung der Norm, muß diese verwendet werden. Obwohl die Physik natürlich überall die Gleiche ist, können hier auf Grund der unterschiedlichen Berechnungsansätze deutliche Unterschiede im Ergebnis entstehen. Dessen ungeachtet sind wir in der Lage, so wir die entsprechende Software haben, auch für andere Länder die Heizlast zu berechnen. Voraussetzung dafür ist eine ausreichende Anzahl an Aufträgen, so dass sich die Anschaffung rentiert. Berücksichtigt man die meteorologischen Gegebenheiten vor Ort, kann man auch mit der deutschen Norm die Heizlast in anderen Ländern berechnen. Wir haben vor einigen Jahren mit der Vorgängernorm, der DIN 4701, erfolreich Heizungsanlagen in Österreich, der Schweiz, Polen, Rußland und Uspekistan geplant ohne Komforteinbußen für die thermische Behaglichkeit.


Was sind Wärmebrücken?

Wärmebrücken sind örtlich begrenzte Abschnitte in der Außenhülle eines Gebäudes, in welchem durch konstruktive, geometrische oder materialbedingte Gegebenheiten bzw. auch durch unsachgemäße Ausführung, ein größerer Wärmeverlust auftritt als im umgebenden Bereich.
In der DIN EN 12831 wird der Wärmebrückenzuschlag ΔUWB zum U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizienten) addiert. Je genauer der Entwurfsverfasser den Wärmebrückenzuschlag im Rahmen des Nachweisverfahrens zur EnEV ermittelt hat, um so genauer, und damit kleiner fällt die Heizlast aus. Handelt es sich um ein Gebäude ohne EnEV-Nachweis, wird der Wärmebrückenzuschlag pauschal mit ΔUWB = 0,1 W/(m²K) berücksichtigt.
Weitere Informationen finden Sie unter Wärmebrücken.

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